Stell dir vor Pflege steht auf und niemand sieht hin

Bestimmt kennen viele von euch den Facebook-Post von Jana Langer, die in einem offenen Brief an Angela Merkel Missstände in der Pflege anprangerte und grundlegende Reformen forderte. Schließlich wird derzeit lang und breit über ihren „Hilferuf“ berichtet.

Über die Verhandlungen für mehr Pflegepersonal im Saarland wird dagegen kaum berichtet. Dabei könnten demnächst 21 Akutkrankenhäuser bestreikt werden, wenn die nächsten Verhandlungen scheitern. (Und erinnert sich überhaupt noch jemand an den Streik an der Berliner Charité 2015?)

Ganz delikat ist es in der politischen Auseinandersetzung um die geplante Reform der Pflegeausbildung (Generalistik), bei der die drei Berufsausbildungen, nun zu einem einheitlichen Berufsbild zusammengeführt werden. Die Gegner argumentieren ganz deutlich, dass sich die Ausbildung dann für Interessierte mit Hauptschulabschluss „zu anspruchsvoll“ gestalten würde und sich auch nicht scheuen Alten- und Krankenpflege gegeneinander auszuspielen. Und im Gegensatz zu den Pflegeverbänden, die diese Reform begrüßen und fordern, können sich die Gegner Verhör verschaffen.

Wenn Pflege um Hilfe ruft, wird groß und breit berichtet. Wenn Pflege streikt, kriegt das kaum jemand mit. Und wenn Pflege etwas verändern will, schenkt man ihren Gegnern Aufmerksamkeit.

Ich frag jetzt einfach: Möchte man uns Pflegekräfte nur passiv und leidend sehen? Oder kann man sich gar nicht vorstellen, dass wir beruflich Pflegenden das Gesundheitswesen mit gestalten können?

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